Geschichte des Deutschen Boxers

Die Ursprünge des Boxers lassen sich bis ins frühe Mittelalter zurückverfolgen, als man noch kräftige Hunde des Bullenbeissertyps zur Jagd auf wehrhaftes Wild einsetzte. Normal für diese Zeit war es, die für die Jagd oder den Kampf eingesetzten Hunde an Ohren und Rute zu kupieren, damit diese empfindlichen Körperteile keine Schwachstellen bzw. Angriffpunkte darstellten.

Typisch für den Bullenbeissertyp waren der kräftige Körperbau, sowie ein breites Maul und eine starke Belefzung. An Mut und Selbstbewusstsein durfte es den Hunden auch nicht fehlen, denn schließlich waren sie im Wald auf sich selbst gestellt. Die Verluste bei der Jagd waren hoch und schon damals legte man gesteigerten Wert darauf, nur die besten Hunde miteinander zu verpaaren. Bereits im 17. Jahrhundert finden sich auch Bilder in der Literatur, die einen boxerähnlichen Hundetyp darstellen.

Als dann Hunde bei der Jagd auf wehrhaftes Wild zunehmend an Bedeutung verloren, da man sie durch Schusswaffen ersetzte, wurden die Hunde dieses Typs hauptsächlich als Metzgerhunde eingesetzt und halfen das Großvieh zu treiben und ggfs. ihren Herren vor dem Vieh zu schützen.

Der Boxer, wie wir ihn heute kennen, entstand dann in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts, indem man anfing, mehrere Hundetypen (unter anderem den kleinen Bullenbeisser und die englische Bulldogge) gezielt zu kreuzen. 1895 wurde dann in München auf einer Ausstellung erstmals der Boxer ausgeschrieben. Auf dieser Ausstellung wurde allerdings nur ein einziger Boxer vorgestellt: Mühlbauers Flocki.

Mühlbauers Flocki sollte als Nummer 1 in das Stammbuch der Rasse eingehen, denn noch im selben Jahr gründete sich der Boxer-Klub. Von Anfang an legte der Boxer-Klub hohen Wert darauf, dass der Boxer als Dienst- und Gebrauchshund anerkannt wurde. So zogen schon Boxer mit in den 1. Weltkrieg, was beinahe ein Aus für diese neue Rasse bedeutet hätte, weil so viele Hunde im Einsatz starben und die bis dahin geschaffenen Zuchterfolge ohnehin auf einem sehr hohen Inzuchtgrad basierten. 1905 wurde der erste Rassestandard verabschiedet und im Jahre 1924 erfolgte dann die langersehnte offizielle Anerkennung des Boxers als Gebrauchshund. In den 30er Jahren erreichte die Boxerzucht einen Höhepunkt und der Boxer wurde auch über die Grenzen Deutschlands hinweg bekannt und beliebt. Natürlich wurde der Boxer auch im 2. Weltkrieg eingesetzt. Die hohen Verluste während des Krieges und der Export von hervorragenden Vererbern nach Amerika, Holland und England führten jedoch wieder einmal dazu, dass der Fortbestand der Rasse nur mit wenigen guten Tieren gesichert werden musste.

Seit nunmehr über 100 Jahren hat sich am Standard des Deutschen Boxers kaum etwas verändert. Geändert haben sich im Laufe dieser Zeit lediglich die Größe und das Gewicht und hinzugekommen ist die Beschreibung „natürlicher“ Ohren und Rute, bedingt durch das deutschlandweite Kupierverbot.